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Hier muß nunmehr eine ganz klare Entscheidung, und zwar eine weltgeschichtliche Entscheidung, für die nächsten hundert Jahre erkämpft werden!





Immer in dem Bestreben, den Umfang des Krieges zu begrenzen, habe ich mich im Jahre 1939 zu etwas entschlossen, was vor allem Sie, meine alten Parteigenossen, als das schwerste begreifen, was ich, ich möchte fast sagen, an menschlicher Demütigung hinnehmen mußte: Ich habe damals meinen Minister nach Moskau geschickt. Es war die bitterste Überwindung meines Gefühls, aber in solchen Augenblicken, in denen es sich um das Wohl von Millionen anderer handelt, darf ja nicht das Gefühl entscheiden. Ich habe versucht, hier zu einer Verständigung zu kommen. Sie wissen selber am besten, wie ehrlich und aufrichtig ich diese Verpflichtungen dann gehalten habe. Weder in unserer Presse ist damals auch nur ein Wort mehr gegen Rußland geschrieben, noch in unseren Versammlungen ein Wort über den Bolschewismus gesagt worden.

Leider hat sich die andere Seite von Anfang an nicht daran[305] gehalten. Die Folge dieser Abmachungen war ein Verrat, der zunächst den ganzen Nordosten Europas liquidierte. Was es für uns damals bedeutete, stillschweigend zusehen zu müssen, als das kleine finnische Volk abgewürgt wurde, das wissen Sie alle selbst. Ich habe aber geschwiegen. Wie es uns endlich traf, als die baltischen Staaten ebenfalls überwältigt wurden, das kann nur der ermessen, der die deutsche Geschichte kennt und weiß, daß es dort keinen Quadratkilometer gibt, der nicht einst durch deutsche Pionierarbeit der menschlichen Kultur und Zivilisation erschlossen worden war.

Trotzdem habe ich auch dazu geschwiegen, erst als ich von Woche zu Woche mehr empfand, daß Sowjetrußland nunmehr die Stunde gekommen sah, gegen uns selbst vorzugehen, als sich in einem Augenblick, da wir knapp drei Divisionen in Ostpreußen besaßen, 22 sowjetische Divisionen dort ansammelten, als ich allmählich die Unterlagen erhielt, wie an unserer Grenze Flugplatz an Flugplatz entstand, wie eine Division nach der anderen aus dem riesenhaften Sowjetreich hierher zusammengeballt wurde, da war ich nun verpflichtet, auch meinerseits besorgt zu sein.



Denn es gibt in der Geschichte keine Entschuldigung für ein Versehen, eine Entschuldigung, die etwa darin besteht, daß man nachträglich erklärt: ich habe das nicht gemerkt oder ich habe nicht daran geglaubt. An der Spitze des Deutschen Reiches stehend, fühle ich mich nun einmal verantwortlich für das deutsche Volk, für sein Dasein, für seine Gegenwart und, soweit möglich, gerade auch für seine Zukunft.

Ich war daher gezwungen, Abwehrmaßnahmen einzuleiten. Sie waren rein defensiver Natur. Immerhin ergab sich bereits im August und September des vergangenen Jahres eine Erkenntnis: Eine Auseinandersetzung im Westen mit England, die vor allem die ganze deutsche Luftwaffe gebunden hätte, war nicht mehr möglich, denn in unserem Rücken stand ein Staat, der sich täglich mehr fertig machte, in einem solchen Augenblick gegen das Reich vorzugehen.

Wie weit allerdings diese seine Vorbereitungen bereits getroffen waren, das haben wir erst jetzt in vollem Umfang kennengelernt.[306] Ich wollte damals noch einmal das ganze Problem klären und habe deshalb Molotow nach Berlin eingeladen. Er stellte mir die Ihnen bekannten vier Bedingungen.

Erstens: Deutschland müsse endgültig einwilligen, daß, nachdem sich die Sowjetunion erneut von Finnland bedroht fühlte, sie zu einer Liquidierung Finnlands schreiten dürfte. Ich konnte nicht anders, als diese Zustimmung verweigern.

Die zweite Frage betraf Rumänien. Es war die Frage, ob die deutsche Garantie Rumänien auch gegen Sowjetrußland schützen würde. Ich mußte auch hier zu meinem einmal gegebenen Wort stehen. Ich bereue es nicht, daß ich es getan habe, denn ich habe auch in Rumänien in General Antonescu einen Ehrenmann gefunden, der auch seinerseits blind zu seinem Wort gestanden hat.

Die dritte Frage betraf Bulgarien, Molotow forderte, daß Sowjetrußland das Recht erhalte, nach Bulgarien Garnisonen zu legen, um damit über diesen Staat eine russische Garantie auszuüben. Was das heißt, wußten wir ja unterdes von Estland, Lettland und Litauen her zur Genüge. Ich konnte mich hier darauf berufen, daß eine solche Garantie doch bedingt sei von dem Wunsch des zu Garantierenden. Mir sei aber von einem solchen Wunsche nichts bekannt, und ich müßte mich daher erst rück erkundigen und mich mit meinen Verbündeten besprechen.

Die vierte Frage betraf die Dardanellen. Rußland forderte Stützpunkte an den Dardanellen. Wenn Molotow das jetzt abzustreiten versucht, ist es nicht weiter verwunderlich. Er wird, wenn er morgen oder übermorgen nicht mehr in Moskau sein wird, wahrscheinlich auch abstreiten, daß er nicht mehr in Moskau ist.



Er hat aber diese Forderungen gestellt, und ich habe sie abgelehnt. Ich mußte sie ablehnen, und damit war ich mir allerdings klar, daß nunmehr höchste Vorsicht am Platze war. Ich habe seitdem Sowjetrußland sorgfältig beobachtet. Jede Division, die wir feststellen konnten, wurde bei uns gewissen-aft eingetragen und durch Gegenmaßnahmen pflichtgemäß beantwortet. Die Lage war bereits im Mai so weit verdüstert, daß es keinen Zweifel mehr darüber geben konnte, daß[307] Rußland die Absicht hatte, bei der ersten Gelegenheit über uns herzufallen. Gegen Ende Mai verdichteten sich diese Momente so, daß man nunmehr den Gedanken einer drohenden Auseinandersetzung auf Leben und Tod nicht mehr von sich weisen konnte.

Ich mußte nun damals immer schweigen, und es ist mir das doppelt schwer geworden. Nicht so schwer vielleicht der Heimat gegenüber; denn letzten Endes muß sie begreifen, daß es Augenblicke gibt, in denen man nicht reden kann, wenn man nicht die ganze Nation in Gefahr bringen will. Viel schlimmer ist mir das Schweigen meinen Soldaten gegenüber gefallen, die nun Division an Division an der Ostgrenze des Reiches standen und doch nicht wußten, was eigentlich vor sich ging, die keine Ahnung hatten von dem, was sich unterdes in Wirklichkeit verändert hatte, und die aber eines Tages vielleicht zu einem schweren, ja, dem schwersten Waffengang aller Zeiten antreten mußten.

Und gerade ihretwegen durfte ich ja nicht reden, denn hätte ich auch nur ein Wort verloren, dann hätte dies nicht im geringsten Herrn Stalins Entschluß geändert, aber die Überraschungsmöglichkeit, die mir als letzte Waffe blieb, wäre dann weggefallen. Und jede solche Vorankündigung, ja jede Andeutung hätte Hunderttauseriden von unseren Kameraden das Leben gekostet.

Ich habe deshalb auch in dem Augenblick noch geschwiegen, in dem ich mich endgültig entschloß, nunmehr selber den ersten Schritt zu tun. Denn wenn ich schon einmal sehe, daß ein Gegner das Gewehr anlegt, dann werde ich nicht warten, bis er abzieht, sondern dann bin ich entschlossen, lieber selber vorher abzudrücken. Es war, das darf ich hier heute aussprechen, der schwerste Entschluß meines ganzen bisherigen Lebens. Ein jeder solcher Schritt öffnet ein Tor, hinter dem sich nur Geheimnisse verbergen, und erst die Nachwelt weiß genau, wie es kam und was geschah.

So kann man sich nur im Innern mit seinem Gewissen abfinden, das Vertrauen aufsein Volk, auf die selbstgeschmiedete Waffenstärke und schließlich - was ich früher oft sagte - den[308] Herrgott bitten, daß er dem den Segen gibt, der selbst bereit und gewillt ist, heilig und opfervoll für sein Dasein zu kämpfen.

Am 22. Juni morgens setzte nun dieser größte Kampf der Weltgeschichte ein. Seitdem sind etwas über 3Vüs Monate vergangen, und ich kann heute hier eine Feststellung treffen:






Date: 2015-09-05; view: 137; Нарушение авторских прав

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